Project xCloud: Auch Microsoft arbeitet an Cloud-Gaming

Seit der Spielemesse E3 im vergangenen Juni gab es die Gerüchte, nun ist es offiziell: Auch Microsoft steigt in das Cloud-Gaming ein. Project xCloud wurde nun von Microsoft offiziell angekündigt. Grundlage für die Plattform soll der Cloud-Computing-Dienst Azure werden. Viel mehr Infos gibt es aber leider noch nicht.

Microsoft Konkurrent hat mit Playstation Now bereits einen funktionierend Spiele-Streamingservice im Angebot. Auch Nvidia arbeiter derzeit an seiner Plattform für Cloud-Gaming Geforce Now und auch Google hat kürzlich sein Project Stream angekündigt. Klar dass der XBOX-Hersteller da nachziehen muss. Entsprechend ist es für viele nicht sehr überraschend, dass Microsoft nun auch offiziell in den Markt einsteigen will.

Server stehen schon in den Startlöchern

Microsoft Azure-Server

Die neuen Blades ähneln der XBOX-Konstruktion, sind leicht skalierbar und ermöglichen schnelles Wachstum. Entwickler profitieren von der Ähnlichkeit zur XBOX. Über 3000 aktuell verfügbare Spiele und alle die noch erscheinen werden sollen unterstützt werden.

Im Microsoft-Firmenblog heißt es, dass man eine lange Reise vor sich habe. Die ersten öffentlichen Tests sollen 2019 stattfinden.Außerdem werde in den Azure-Regionen die notwendige Infrastruktur aufgebaut. Bisher gibt es Azure-Datenzentren in 54 Regionen und die Services sind in 140 Ländern verfügbar. Dort sollen spezielle Blades eingesetzt werden, welche sich an der Architektur der XBOX orientieren. Ein solcher Blade soll mehrere XBOX simulieren können. Für Speielentwickler wird es dadurch möglichst einfach, Spiele für xCloud zu entwickeln. Die Technik lässt sich schnell skalieren und ermöglicht ein schnelles Wachstum. Microsoft verfügt also durchaus über gute Voraussetzungen.

Top-Titel geräteunabhängig unterwegs spielen

Dreh- und Angelpunkt der Pläne ist die Idee, Spiele immer und überall verfügbar zu machen. Viel Wert legt man deshalb auf die Unterstützung für mobile Geräte wie Tablets und Smartphones. In Tests laufen Spiele auch mobil bereits einwandfrei und lassen sich mit einem XBOX-Controller bedienen. Es werde aber auch ein neues Touch-Overlay erarbeitet, mit dem auch ohne Controller ein angenehmes Spielerlebnis gewährleistet werden soll. Die Kompatibilität mit allen bisher erschienen XBOX-One Titel sowie allen, die noch kommen werden soll stets gesichert sein.

Herausforderung Latenzzeit

Wie für alle anderen Anbieter stellt auch für Microsoft die Latenzzeit eine hohe Hürde dar. Es sollen alle Techniken bis zum Maximum ausgereizt werden, damit auch in 4G-Netzen mobiles Spielen möglich ist. Dazu werden die Inhalte dynamisch herunterskaliert. Gegenwärtig testet man mit 10 Mbit/s. Das Ziel ist es, möglichst hochwertige Nutzererfahrung bei möglichst niedriger Datenmenge zu bieten.

Weitere Einsatzgebiete werden vorbereitet

Glaubt man der Webseite Petri.com ist xCloud nur der Anfang. Demnach soll Microsoft planen in Zukunft auch komplexe und rechenintensive Anwendungen zu streamen. Denkbar wären zum Beispiel Bild- und Videobearbeitungsprogramme. Angeblich arbeitet Microsoft bereits an einer API, die Entwicklern ein einfaches Bereitstellen ihrer Software aus der Cloud ermöglicht. Auch hier soll das Endgerät nur die Darstellung erledigen. Die Rechenarbeit wird in der Cloud erledigt. Besonders für Firmen könnte das Streamen rechenintensiver Software eine willkommene Alternative zu regelmäßigen Hardwarenachrüstungen sein.