Studie: So sterben Selfie-Jäger

Ein Team indischer Forscher hat sich damit befasst, wie gefährlich Selfies sind. Sie sammelten Fälle von 2011 bis 2017 und werteten sie aus. Das sind die spannenden Ergebnisse der Studie.

Insgesamt wurden zwischen Oktober 2011 und November 2011 259 Todesfälle dokumentiert. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Denn die Forscher betrachteten für ihre Studie nur englischsprachige Zeitungen. Andere Quellen blieben außen vor. Dafür durchsuchten sie die Zeitungen nach den Schlagworten „selfie deaths; selfie accidents; selfie mortality; self photography deaths; koolfie deaths, mobile death/accidents“.

Männer gehen mehr Risiko

Unter den 259 Toten waren 72,5 Prozent Männer. Die Forscher gaben in ihrer Studie an, dass Frauen zwar mehr Selfies machen, Männer jedoch häufiger sterben. Das erklären sie mit der höheren Risikobereitschaft, die Männer von Natur aus innehaben. Soziale Medien und der Drang, sich möglichst abenteuerlustig und außergewöhnlich darzustellen verstärken diese Bereitschaft noch. Die Forscher unterteilten auch in „normale“ Unfälle und riskante  Selfies. Das erstaunliche Ergebnis: 27 Frauen starben bei riskanten Selfies und 31 bei normalen. Bei den Männern starben 38 bei normalen Unfällen und 115 bei riskanten Selfies. Während mit dem Risiko die Zahl der weiblichen Opfer sinkt explodiert die Zahl männlicher Opfer mit dem Risiko geradezu.

Gefährliche Selfies in Russland

Auch in Russland sind Selfies mitunter sehr gefährlich. Dort gilt es vor allem sich durch besonders spektakuläre Selfies und Videos in Szene zu setzen.

Das typische Opfer ist jung und männlich

Den Einfluss der Risikobereitschaft sehen die Forscher auch in der Altersverteilung der Opfer bestätigt. Bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen kann eine höhere Risikobereitschaft beobachtet werden, als bei älteren Menschen. Auch in dieser Studie sind 86 Prozent der Opfer zwischen 10 und 29 Jahre jung.

Die meisten Vorfälle beobachteten die Forscher in Indien. Dahinter folgen Russland, die USA und dann Pakistan. Dabei wurden aber wie gesagt Die Ursachen sind vielfältig und unterscheiden sich regional. Die meisten starben durch Ertrinken. Etwas weniger Opfer gab es im Straßenverkehr, auf Rang drei des Rankings liegen tödliche Stürze. Interessant ist, dass es auch 11 Fälle gab, in denen eine Schusswaffe das Leben beendete. Die meisten der 11 Fälle ereigneten sich in den USA.

Selfies gefährden Sie und die Menschen in Ihrer Nähe

Spannend ist auch die Differenz die sich ergibt, wenn man die Anzahl der Vorfälle mit den Opferzahlen vergleicht. Die 259 Todesfälle sind die Folge von nur  137 Unfällen. Es gab sogar einen Ausreißer, bei denen auf einen Unfall 48 Todesopfer zu beklagen waren. Das sind rechnerisch 1,89 Opfer pro Unfall. Doch auch, wenn man diesen Vorfall herausrechnet bleiben noch 1,55 Todesopfer bei jedem der dokumentierten Fälle.

Zu beobachten ist auch, dass sich die Vorfälle häufen und es immer mehr werden. Als Reaktion darauf schlagen die Forscher No-Selfie-Zonen vor, in denen Selfies verboten sind. An vielen Orten ist es aber eher fraglich, ob solche Verbote durchsetzbar sind.