Umfrage unter Spieleentwicklern: So sind die Arbeitsbedingungen

Im Rahmen der Game Developers Conference im März in Los Angeles wurden auch dieses Jahr Spieleentwickler zu ihren Erfahrungen und ihrer Arbeit befragt. Die Ergebnisse sollte sich jeder ansehen, der mit dem Gedanken spielt, irgendwann als Spieleentwickler zu arbeiten.

Als im Vorfeld der Veröffentlichung von Red Dead Redemption 2 bekannt wurde, dass und wie viele Überstunden von manchen geleistet wurden, gab es viele Diskussionen um die Arbeitsbedingungen in der Spielebranche. Die Umfrage zeigt jedoch, dass Überstunden für viele in der Branche Alltag sind.

So arbeiten knapp 44 Prozent der Beschäftigten im Schnitt mehr als 40 Stunden je Woche, drei Prozent sogar mehr als 60 Stunden. Allerdings soll es bei vier Prozent aller Befragten mindestens einmal im letzten Jahr vorgekommen sein, dass sie mehr als 90 Stunden in der Woche arbeiteten. Ein Prozent brachte es sogar auf über 110 Stunden. Fragt man nach den Gründen antwortet die Mehrheit (69%), dass es selbst gemachter Druck ist. Nur 26 Prozent arbeiteten angeblich aufgrund des Drucks von Vorgesetzten oder Kollegen länger.

Viele wünschen sich gemeinsame Interessensvertretung

Fast die Hälfte der Befragten (47%) wünschen sich eine gemeinsame Interessensvertretung. Nur 16 Prozent sprechen sich ausdrücklich gegen solch einen Zusammenschluss aus. Die Gründe sind vielfältig. Genannt werden beispielsweise ungerechte Verteilung der Einnahmen und schlechte Behandlung der Angestellten und hoher Leistungsdruck. Außerdem sei der Nachschub an Arbeitskräften in der Branche zu groß. Gerade große Firmen hätten so kaum Mühe, Ersatz für unliebsame Mitarbeiter zu finden.

Und große Firmen sind es auch, die den Markt bestimmen. 19 Prozent gaben an, in einem Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern zu arbeiten. Zwar sind es auch 19 Prozent, die als Einzelkämpfer tätig sind, die meisten in der Branche sind jedoch bei großen Unternehmen beschäftigt. Außerdem ist die Branche übrigens eine echte Männerdomäne. Knapp 80 Prozent der Beschäftigten sind männlich.